2014 Norwegen
20.05.2014 FRAM

Der Wind nach Norwegen lässt auf sich warten. Darum haben wir uns entschlossen, mit dem Bus einen ersten Besuch zu machen.

Oslo liegt tief im Innern des Oslofjords. Das ist segeltechnisch nicht optimal, zudem der Wind nicht bläst. Darum haben wir den Bus von Strömstad nach Oslo genommen für einen kurzen Tagesausflug.

In Oslo gab es für mich nur ein Ziel: die FRAM. Als grosser Fan Arktischer und Antarktischer Reisen musste das Expeditionsschiff von Nansen, Amundsen und Co natürlich besichtigt werden. Unglaublich was mit diesem Schiff vor etwas mehr als 100 Jahren geleistet wurde!

Auch sonst hat sich Oslo von der schönen Seite gezeigt! Zum Glück hatten wir nicht so viel Zeit, das wäre Teuer gewesen... Cola Zero für 8 Franken...




 
22.05.2014 Wind weg...

Schon die Überfahrt nach Norwegen war kein berauschendes Erlebnis, weil der Wind komische Kapriolen machte. Aber die zweite Etappe auf dem Weg zum Kap Lindenes war um einiges Kurioser...

In einigen Seegebieten Norwegens wird ausdrücklich vor gefährlichen Wellen gewarnt. Und genau ein solches Gebiet hatten wir zu durchqueren. Wind uns Strom sollten gemäss Vorhersage passen. Wir liefen aus...

Schon bald mussten wir auf Amwindkurs gehen. Unsere JURA mag das nicht so, aber soweit kein Problem, wir konnten den Kurs halten. Dann frische der Wind auf, wir verkleinerten die Segelfläche und freuten uns!!! Endlich Speed! Yes... mit bis zu 7 Knoten rauschten wir durch den Gefahrenbereich, in dem sich wirklich die Wellen zu türmen begannen...

Und dann, von einer Minute auf die andere (das haben wir wirklich noch nie so erlebt!): *wusch* Wind weg... null, zero, nada... Aber die Wellen blieben natürlich! So unangenehm geschaukelt hat es bei uns an Bord noch nie. Es war beinahe zum k....

 



 
26.05.2014 Wind falsch...

Der Wind wäre da, aber er bläst von der falschen Seite. So mussten wir die letzten Tage gegen den Wind ankämpfen (was wir nur zwei mal gemacht haben) oder mit dem Motor durch die Schären fahren (was wir auch nicht gerne machten...)

Wir warten nun auf den Wind von Osten, der uns weiter trägt...

 



 
29.05.2014 Bewährungsprobe

Der Wind von der richtigen Seite wäre da gewesen. Ziemlich stark. Aber für ein Schiff, dass nach Schottland, Island oder in die Karibik will, darf diese Windstärke kein Problem sein. Darf...

(Sorry, für alle, die mit dem Segeljargon im kommenden Bericht überfordert sind...)

Für uns war es aber eines! Im Wissen, dass es eine Bewährungsprobe für uns sein wird, haben wir die Leinen gelöst und sind in die 6Bf aus SE gefahren. Wellen zwischen 1 und 2m haben auf uns gewartet. Mit der Fock machten wir so viel Speed wie sonst nicht mal unter Volltuch.

Aber kaum aus der Abdeckung begann die aufgewickelte Genua „hulahopp“ zu machen und bis zu einem halben Meter zu schwingen! Uns wurde Angst und bang um unser Rigg. Zudem Brach eine Hilfskonstruktion  an der Fock, welche gemäss unserem Voreigner schon so manchen Sturm überstanden hat.

Der Vorteil am Revier hier in Norwegen ist, dass sich hinter der nächsten Abbiegung eine Bucht oder ein Hafen wartet. Das haben wir genutzt und sind in ein Hafen eingelaufen. Leider war der völlig ungeschützt, aber für uns war das nur zweitrangig...

Das Schiff hatte also die Bewährungsprobe noch nicht bestanden!

Nach einem Tag ungemütlicher Nacht und des folgenden Tages mit Sturm haben wir uns in eine wunderbare Bucht verkrochen und haben uns ans Werk gemacht. Wir haben die Rollgenua an einem neuen Punkt befestigt und die Fock verstärkt! So passts! Jetzt kann das Genuastag richtig durchgesetzt werden... Viel besser, als es unser Segelmacher installiert hat. Mir hallen seine Worte noch in den Ohren: „Das passt ja ganz gut...“ Denkste...

Jetzt sind wir hoffentlich unsere Rigg/Segelsorgen los!!



 
31.05.2014 Es werde Gas

Seit beinahe zwei Wochen haben wir kein Gas mehr an Bord. Das füllen der deutschen Flasche wird wie erwartet schwierig. Darum laufen wir Kristiansand an, den grössten Ort der Norwegischen Südküste um da unser Glück zu versuchen.

Auf dem Weg nach Kristiansand bläst es nochmals ordentlich. Uns unser Rigg ist stabil und wir haben gute Fahrt! Juppi...

In Kristiansand fahren wir direkt in eine Bootsshow. Der Hafen ist voll mit neuen Motorbooten und viel Laufkundschaft. Nur unser Anlegemanöver passt nicht recht zur Show, verpassen wir doch die Festmacherboje vier mal und verlieren dabei fast unseren Bootshaken.

Auf der Suche nach Gas klappern wir dann die Stadt ab, finden aber keine Tankstelle, in welcher Flaschen befüllt werden. Wir nutzen das Internet und finden in einem Aussenbezirk eine Station von LPG, bei welcher alle Gasflaschen befüllt werden. Wir müssen uns aber gedulden, da die Station natürlich am Sonntag geschlossen hat. Am Montag reisen wir mit dem Bus (Busstation suchen 30min!) dorthin (Gasstation suchen 5min!) und erhalten Nachschub. Wir freuen uns auf Flammkuchen, Brot, Pizza (ach ja, wer mal lust hat auf eine Pizza für 30 CHF der reise nach Nrowegen!). Juppi...

Im Hafen treffen wir auf die Crew der XENIA. Wir wechseln einge flotte Worte und es finden gegenseitige Schiffsbesuche statt. Die Xenia ist top ausgerüstet und kann für Regatten eingesetzt werden. Beide möchten aber bald auslaufen, und so bleibt nur kurze Zeit um zu plaudern...




 
03.06.2014 XENIA

Nach dem Ablegen am Nachmittag in Kristiansand verschwindet die XENIA, welche wir kurz zuvor kennengelernt haben, bald. Sie kann viel besser kreuzen als unsere JURA, aber wir halten uns tapfer.

Bald neigt sich die Sonne dem Horizont zu und wir suchen eine kleine Bucht für die Nacht. Gemäss Hafenführer wäre an dem von uns gewählten Anleger 2.5m Wassertiefe. Naja, knapp 1m vor dem Steg bleibt unser Schiff im Kies stecken. Wird wohl nichts... Wir ankern in der Bucht und legen Landleinen.

Der nächste Tag verspricht bestes Segelwetter und, ja genau, beinahe unglaublich, Wind aus der richtigen Richtung. Wir wollen uns bis zum Kap Lindesnes durchschlagen.

Die SOUND OF JURA läuft grossartig und wir freuen uns so richtig!

Plötzlich empfangen wir mit dem AIS (System zur Erkennung von Schiffen) das Signal der XENIA! Hinter uns! Was ist den da los?

Wir funken das deutsche Schiff an und erhalten promt Antwort.

Die Xenia ist am Vorabend auch nicht mehr allzu weit gesegelt und hat, da sie einen grösseren Tiefgang hat wie wir, einen Hafen zum übernachten ausgesucht. Sie haben das gleiche Ziel wie wir, Lillehavn (welches uns von der SY Shahbanou empfohlen wurde. Merci!). Wir freuen uns sehr und geben natürlich nochmals mächtig Gas und holen jeden Zentelknoten aus unseren Segeln. Und schau an, wir können mithalten (dank AIS sind wir genau über den Speed der XENIA informiert...) JUPPPPPIIII...

Die Crew der Xenia lädt uns ein, gemeinsam mit Ihnen zu grillieren! Wir verbringen einen ganz tollen Abend.  Wir geniessen es in vollen Zügen, den schliesslich hatten wir  in den letzten zwei Monaten kaum Kontakt zu anderen Schiffen. Wir zementieren alle schweizer Cliches, in dem wir unser Alphorn auspacken und zum Desser Toblerone auftischen! J Herzlichen dank an die XENIA für den tollen Abend!!!

 



 
05.06.2014 twenty-four

Bisher haben sich unsere Tagesetappen immer knapp unter 30 Seemeilen gehalten. Um aber ferne Ziele zu erreichen, muss man auch mal eine Nacht durchsegeln und so Strecke machen.

Nach dem Runden von Kap Lindesnes bei tollen Segelbedingungen, haben wir daher entschieden (in der Hoffnung der Wind bleibt so), das berüchtigte West-Kap von Norwegen in einem Ruck , sprich noch in der selben Nacht, zu umsegeln und direkt nach Tananger zu laufen.

Während der Nacht haben wir uns daher in 3h-Wachen abgewechselt, so dass jeder etwas zum Schlafen kommen konnte. Leider ging der Wind auch schlaffen und so sind wir nur schlecht als recht durch die Nacht gesegelt. Aber es war völlig ok, den der Strom brachte und mit 1.5kn dem Ziel näher. Wenigstens das...

Die Lichtstimmung war einfach phantastisch. Während noch das letzte Abendlicht im Nordwesten zu erkennen war, wurde es im Nordosten bereits  wieder heller... Abend- und Morgenrot gleichzeitig. Herrlich...

So haben wir unseren ersten Nachtschlag gut überstanden, auch wenn die zurückgelegte Strecke in 24h nur gerade 93sm betrug. Aber immerhin. Ein erster Schritt ist gemacht. Und Schottland (240sm) ist nun plötzlich nicht mehr so weit weg...

Zuerst freuen wir uns aber auf Fjordnorwegen, welches wir in den nächsten Wochen ausgiebig geniessen wollen...




 
09.06.2014 Rövaer

Bisher sind wir noch nicht so recht in Norwegen angekommen. Unsere Liegeplätze waren nicht so toll (ausgenommen Skudeneshavn!!! Ein Volltreffer), die Leute, welche wir getroffen haben, waren sehr, hmm, trollartig (besser kauzig), oft haben wir Abfall und verrottende Sachen angetroffen... hmmm...

 Nun haben wir aber ein Bijou gefunden, welches uns unglaublich gut gefällt. Rövaer am Ausgang des Haugesund. Klein, fein, wunderschön, mit sichtbar intaktem Inselleben. Neue Hafenanlage, super Duschen, Waschmaschine, fairer Preis... Alles super!

 Wir geniessen es! Danke Rövaer!



 
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