2014 Dänemark
20.04.2014 Enttäuschung

Nachdem Kaspar abgereist ist, haben wir uns auf die Überfahrt nach Dänemark gefreut. Es sollte aber leider anders kommen.

Nach den letzten Einkäufen legten wir in Heiligenhafen ab. Die Windprognosen versprachen idealen Wind um nach Dänemark zu segeln. So setzten wir bald die Segel. Anfänglich lief alles tip top. Je mehr wir aber ins offene Wasser kamen und desto mehr Wind es hatte, umso langsamer wurden wir. Das Schiff war auch nur mit grossen Kraftaufwand zu steuern. Wir wurden von unzähligen Schiffen überholt. In unserer Verzweiflung starteten wir den Motor. Aber auch damit kamen wir nicht vorwärts... Enttäuscht kamen wir nach beinahe 11 Stunden Fahrt (geplant waren 5h) in Bagenkop an. Schnell verkrochen wir uns in unserer Koje. Wir waren konsterniert und enttäuscht!

 Wir beschlossen am nächsten Tag keinen neuen Hafen anzulaufen sondern verschiedene Änderungen am Schiff auszuprobieren. Bei idealen Bedingungen konnten wir einiges Testen und grosse Fortschritte machen. Plötzlich wurde das Schiff handelbar und das Fahren zur Freude.

So konnten wir zuversichtlich noch etwas die nähere Umgebung mit den wunderschönen Steilklippen bewandern. Auch unser Alphorn hatte seine Premiere.

Wir wollten trotzdem noch genauer wissen, was das Problem bei der Überfahrt war. Darum haben wir den Propeller und das Ruder mit der Unterwasserkamera abgesucht. Und siehe da, beim Ruder ist eine Absplitterung von Farbe erkennbar. Haben wir während der Fahrt etwas nachgeschleppt...



 
22.04.2014 Perfektes Segeln

Was für eine Genugtuung! Die beiden letzten Tag waren Segeltage wie wir sie uns gewünscht haben. Quer durch die Dänische Südsee...

Plötzlich rauscht sie, unsere SOUND OF JURA. Zieht ihre Bahn durch das Wasser, so dass es eine Freude ist. Über 7kn hat unser Speedometer schon angezeigt. Auch wenn noch nicht alles optimal ist und ab und an etwas zu Bruch geht, wächst unser Vertrauen und unsere Zufriedenheit. Besonders wenn die Tage so laufen wir die beiden letzten Tage.

 Wir sind bei wunderbarem Wetter (leichter Regen stört uns nicht...) durch die Dänische Südsee gesteuert. Wir haben uns sogar gewagt, die enge Durchfahrt bei Marstal unter Segel zu fahren. Wunderbar. Am Abend ist der Anker in das nur 2m tiefe Wasser gefallen und wir konnten bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen das Nachtessen im Cockpit geniessen. So soll es sein! J

 
24.04.2014 Tristesse in Middelfart

Der Regen und die Kälte sind wieder da. So kann es einem ergehen, wenn man im Norden segelt...

Mit dem bewährten Zwiebelprinzip versuchten wir den garstigen Wetter zu trotzen. Bis zu 6 Schichten am Oberkörper sollten genügend Schutz und Wärme bieten. Da steht man dann an der Pinne, wird Nass, man kommt nicht recht vorwärts (weil kein Wind), da kommt man schon auf Gedanken: „Ach, das beheizte Büro...“ *pfffffffffffffff* Plötzlich tauchten wieder Schweinswale neben und auf und das Herz macht wieder Sprünge vor Freude. So soll es sein, so haben wir es gewollt und so haben wir es gerne.

 Middelfart bietet eigentlich nicht viel, und besonders nicht das, was wir gesucht hatten: Ersatzteile um unsere Segelführung zu optimieren. Müssen wir an einem anderen Ort suchen. Der „Gamle Hafen“ (Alter Hafen) ist wirklich etwas gammlig und stinkt nach Fisch. Dafür genossen wir eine warme Dusche...

Am nächst Tag legten wir bald ab, obwohl der Wind leider wieder genau von da her wehte, wohin wir wollten. Wir waren optimistisch, glaubten wir, unsere am Wind Eigenschaften verbessert zu haben. Dem war aber nicht so, die Kiste lief einfach nicht... Wieder mussten wir unseren Motor um Hilfe bitten. So machts keinen Spass.

 Aber immerhin konnten wir so Aebelo erreichen. Gemäss Handbuch eine Perle. Sah vielversprechend aus.

 
26.04.2014 Im Vogelparadies

Auf Aebelo liessen wir unsere SOUND OF JURA am Anker und gingen wir auf Endeckungstour. Es gab wirklich viel zu sehen...

Aebelo ist eine wunderschöne Insel mit einer tollen Küsten und einem Weg zur Insel, der aber nur bei Ebbe begangen werden kann. Wir setzten von unserem Ankerplatz mit unserem Dingi zur Insel über. Am Strand entdeckten wir viele verschiedene Vögel: Sandregenpfeifer, Küstenseeschwalbe, Eiderenten, und und und... Er war eine grosse Freude, zumal das Wetter perfekt frühlingshaft war. Aber nicht nur der Strand der Insel bot einiges. Im innern wächst ein sehr schöner Wald mit unerwarteter Vegetation und Bewohnern. Rehe hätten wir auf der Insel nicht erwartet. Und plötzlich kreiste über uns ein Seeadler. Wow

 
30.04.2014 Reise zu den Ersatzteilen

Wir waren noch immer auf der Suche nach Ersatzteilen und haben so Dänemark entdeckt. 

Das Beschaffen von Teilen ist nicht einfach. Zuhause weiss man genau, wo man welche Teile findet. Unterwegs ist alles viel komplizierter. Wir haben auf der Seekarte die grösste Stadt gesucht, in der Hoffnung dort fündig zu werden. In Horsense angekommen sagte man uns, in Julesminde gäbe es das was wir suchen. Da sind wir vor 3h vorbeigesegelt... also zurück...

Wirklich, in Julesminde gibt es einen Segelladen, aber nicht die Teile, welche wir suchten. Aber in Horsense gäbe es die...

So sind wir weiter durch Dänemark gesegelt, haben das frühlingshafte Wetter genossen und einige schöne Ankerbuchten und Inseln entdeckt.

In Arhus, der zweit grössten Stadt Dänemarks, sind wir dann fündig geworden.  Die Stadt ist sehr schön mit vielen Riegelhäusern und freundlichen Einwohnern. Uns hat es gefallen...

 
03.05.2014 Go east

Seit Wochen blies der Wind aus Ost (sehr aussergewöhnlich für diese Gegend). Da wollten wir aber hin, nach Schweden. Wir haben versucht, uns in eine gute Ausgangslage zu manöverieren, um beim ersten West-Wind-Anzeichen loszusegeln.

Dass sich unsere SOUND OF JURA nicht so gerne gegen den Wind bewegt, wussten wir ja bereits. Also haben wir uns noch einige Tage in der Nähe von Arhus in Buchten rum getrieben, immer bereit, ein Westwindfenster für die Überfahrt nach Anholt zu nutzen. Anholt liegt in der Mitte des Kattegats und ist ein idealer Zwischenstopp auf dem Weg nach Schweden. Zudem beheimatet sie eine Seehundkolonie...

So waren wir erfreut, als eines Nachts um 3 Uhr unser Ankeralarm sich gemeldet hat! Der Wind hat gedreht auf West... Yes. Um 5 Uhr (in der Früh, aber schon nicht mehr im Dunkeln!) haben wir den Anker gelichtet. Und was folgte war aus vielerlei Hinsicht eine grosse Freude. Denn es folgten 42 Seemeilen segeln pur. Mit 5-7 Knoten ist unsere JURA durchs Wasser gerauscht. Wir fühlten uns toll und das Schiff lies sich auch bei Böen unter Vollzeug herrlich steuern. Geplant war, um ca. 17:00 in Anholt zu sein... Wir waren um 14:00 Uhr da J

 
04.05.2014 Nichts los in Anholt... oder doch?

Der Hafenführer verspricht (Zitat): „Anholt Stadt erstreckt sich rund um den Hafen, in dem oft reges Treiben herrscht, (...). Grosse und kleine Speiselokale liegen hier dicht gedrängt, (...)“. Was wir fanden, war das andere Anholt. Und trotzdem hat es uns gefallen!

Wo im Sommer hunderte Boote liegen, waren gerade mal 5-6 Boote an den Stegen vertäut. In der Hoffnung, eines der Speiselokale zu finden, um ein Glace (ja so warm war es!) zu finden, sind wir los marschiert. Durch einen schönen Wald, entlang einer Schafweide, kleinen Häusern... Speiselokale liegen hier dicht gedrängt? Wir haben sie nicht gefunden. Anholt lag im Winterschlaf. Nichts los... nach zwei Stunden fanden wir das einzige offene Lokal...

Unsicher über die Wettersituation der kommenden Tage wollten wir versuchen, schon bei schwachen Winden nach Schweden zu gelangen. Wir sahen aber zum Glück bald ein, dass das nichts wird, wollten wir vor Mitternacht ankommen. Wir beschlossen daher, in der Pa(r)kkhusbugt nahe der Seehundkolonie zu ankern.

Kaum war der Anker im Wasser wurden wir bereits beäugt! Um uns herum jagten Seehunde nach Fisch und die Möwen versuchten ihren Teil abzubekommen. Nach dem Mittagessen gingen wir an den Strand. Wieder wurden wir von den Seehunden beobachtet. Und wir beobachteten zurück... Auf dem Rückweg wollten wir einem Sandregenpfeifer am Ufer ausweichen und sind in Richtung Dünen gewandert. Und plötzlich lag es vor uns, das Nest des Regenpfeifers, mit vier schönen Eiern. Was für eine Freude!